flOw
- Fr. 16. Dez. 2011
- Eingetragen in Geschicklichkeitsspiele . Strategie
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Das kostenlose Spiel flOw stammt von den ehemaligen Kunststudenten Jenova Chen und Nicholas Clark und wurde im Rahmen der Diplomarbeit Jenova Chens an der Universität von Südkalifornien entwickelt. flOw ist ein faszinierendes Spiel rund ums Fressen und Gefressen werden in der Flora und Fauna der Ursuppe.
Taucht ein in die blaue, schier endlose Brühe des urzeitlichen Lebens auf der Suche nach neuen Organismen, die Euren Speiseplan bereichern.
Ein kostenloses Spiel für hungrige Mehrzeller!
Steuerung
Zur Steuerung benötigst Du die Maus.
Handlung / Spielziel
Im Mittelpunkt des Spiels steht eine Art nimmersatter Wurmfortsatz mit unbeugsamen Überlebensinstinkt. Mit weit aufgerissenem Fresswerkzeug versucht er sich gegen andere Spielarten des Urzeitlichen Lebens durchzusetzen und so die Leiter der Evolution Sprosse um Sprosse zu erklimmen.
Spielmechanik
Ihr beginnt in dem kostenlosen Spiel flOw als vorsintflutliches, mehrzelliges und etwas zu kurz geratenes Geschöpf auf dem obersten Level einer aus 20 Schichten bestehenden blauen Flüssigkeit. Der Kopf des Geschöpfes sowie der Rest seines Körpers folgt gemächlich den Bewegungen und der Position des Mauszeigers.
Falls Euch das zu langsam ist: Mit der linken Maustaste aktiviert Ihr den Turbo des schwimmenden Geschöpfs, wodurch es allerdings wesentlich schwerer zu steuern ist. Scharfe Kurven und rasche Wendemanöver erfordern eine Menge Übung.
In jedem Level (bis auf den untersten) gibt es einen Einzeller mit einem roten Punkt. Wenn Ihr ihn schluckt, schwimmt der Wurm eine Schicht tiefer. Dessen Pendant ist der einzellige Organismus mit dem blauen Punkt. Wird dieser verschluckt, gelangt der Wurm wieder eine Schicht höher.
Wenn eine dieser beiden besonderen Organismen sich außerhalb der Spielfläche befindet, sendet es rote oder blaue Wellen aus, um leichter gefunden zu werden. Folgt also einfach den konzentrischen Wellen…
In jeder Schicht leben die unterschiedlichsten Unterwasserspezies, die sich nicht nur in ihrer Form, sondern auch in ihrer Reizbarkeit voneinander unterscheiden. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie alle können Euch als Nahrungsquelle dienen. Was auch umgekehrt der Fall sein kann…
Um ein anderes Geschöpf zu fressen, steuert ihr das Maul Eurer wurmartigen Kreatur einfach darüber hinweg. Vorausgesetzt die Beute ist kleiner als Euer Wurm, wird es verschlungen und in den Körper des Wurmes eingebaut.
Ist das andere Geschöpf jedoch größer, dann konzentriert Ihr Euch am Besten auf die leuchtenden Punkte innerhalb des Körpers Eurer Beute. Denn sobald Ihr alle leuchtenden Punkte verschlungen habt, zerfällt es in kleine, leicht verdauliche Einzeller.
Falls Euer eigener Wurm übermäßig verletzt wird, zieht er sich automatisch in die nächsthöhere Wasserschicht zurück.
Setzt also Euren Weg in die Tiefen des Ursees fort, um herauszufinden, was sich am Grunde dieses kostenlosen Spiels verbirgt.
Präsentation
Der nahtlose Übergang zwischen Titel, den filmähnlichen Texteinblendungen zu Beginn und dem eigentlichen Spiel ist schon brillant gelöst.
Zudem ist flOw angereichert mit dezenten Blur- und Zoom-Effekten, um die Tiefe der Ursuppe zu simulieren und zugleich eine Vorschau dessen zu zeigen, was den Spieler in der nächstgelegenen, tieferen Schicht erwartet.
Zwar sind alle Geschöpfe abstrakt und minimalistisch, was wohl der Tatsache geschuldet ist, dass dieses kostenlose Spiel auch auf älteren Computern flüssig laufen soll, doch sind sie auch alle anmutig fließend animiert. Und ja: Sie leuchten sogar im Dunkeln!
Der Klangteppich besitzt Struktur und Tiefe, ergänzt perfekt den weichen und fließenden Spielverlauf und sorgt für eine Atmosphäre, die hypnotisch und entspannend wirkt. Das kostenlose Spiel flOw ist ein kunstvolles, harmonisches Ganzes und motiviert den Spieler zum vordringen in immer tiefere Schichten der virtuellen Unterwasserwelt.
Fazit
Das kostenlose Spiel flOw macht seinem Namen alle Ehren: Sei es der Aggregatszustand der Spielwelt selbst oder die flüssige, leicht von der Hand gehende Steuerung. Sei es der Spielverlauf, der den Spieler von Ebene zu Ebene wie ein Sog in immer tiefere Ebenen zieht und ihn entführt in eine obskur-okkulte und gleichzeitig schillernd-leuchtende Unterwasserwelt. Sei es der fließende Übergang von einem Level zum nächsten, der Wechsel zwischen den Wasserschichten. Seien es die wellenartigen Bewegungen der Unterwasserwesen, die entfernt an Seeschlangen, Wimpern- und Pantoffeltierchen, Seeanemonen, Quallen und Rochen erinnern. Sei es das Spielprinzip, das wie Ebbe und Flut von Einem zum Anderen wechselt: Vom Jäger zum Gejagten, vom Aggressor zum Opfer, vom Entdecker zum Eindringling. Ja selbst der tranceartige, einlullende, an Tiefsee erinnernde Klangteppich: Alles fließt, alles strömt. Ganz so wie es der Name “flOw” verspricht.
Glaubt man den Ausführungen des Spieleentwicklers Jenova Chen ist diese Aufzählung jedoch noch lange nicht vollständig. Zumindest wenn es um die ursprüngliche Begründung für die Namenswahl des kostenlosen Spiels flOw geht. Denn flOw entstand im Rahmen der schriftlichen Abschlussarbeit Jenova Chens zum Thema “Flow in Games” während seines Studiums zum Master of Fine Arts.
Es diente als Anschauungsmaterial und praktischer Teil der Arbeit und wurde zusammen von Chen und seinem Kommilitonen und späteren Arbeitskollegen Nicholas Clark entwickelt.
Der Psychologe Mihály Csíkszentmihályi formulierte 1975 seine Theorie des “Flow”-Erlebens, jenem Zustand, der erreicht wird, wenn die Anforderung einer Tätigkeit zu den Fähigkeiten eines Menschen im ausgewogenen Verhältnis steht, so dass weder das Gefühl der Langeweile, noch das der Überforderung aufkommt.
Jenova Chen beschäftigte sich in seiner Abschlussarbeit mit der Frage, wie ein Spiel konzipiert sein muss, um beim Spieler genau jenen Zustand hervorzurufen, den Csíkszentmihályi so ausgiebig untersuchte und in diversen Publikationen beschrieb.
Eine Möglichkeit besteht in der dynamischen, individuellen Anpassung des Anforderungsniveaus an die Fähigkeiten des Spielers.
Bislang gibt es nur wenige Spiele, die dazu in der Lage sind. Spiele mit dieser Qualität messen für gewöhnlich während des Spielens anhand gewisser Parameter (wie zum Beispiel bisher erreichte Punktzahl, bisherige Spieldauer, Reaktionszeit usw.) die spielerischen Fähigkeiten des Spielers. Aufgrund dieser Daten, kann während des Spielens der Schwierigkeitsgrad entweder sukzessiv angehoben oder abgesenkt werden – und zwar durch entsprechende Algorithmen im Spiel selbst. Da dies in der Regel ohne das Wissen des Spielers geschieht, spricht Jenova Chen von einer “passiven Anpassung”.
Das von ihm entwickelte Konzept der “aktiven Anpassung” geht einen völlig anderen Weg. Es bezieht den Spieler aktiv in den Vorgang mit ein, stellt ihn regelmäßig vor die Wahl den Schwierigkeitsgrad graduell zu erhöhen oder zu verringern: Bei dem kostenlosen Spiel flOw geschieht dies mit dem Wechseln der Wasserschichten nach unten oder nach oben.
flOw lässt während des Spielens auch gegensätzliche Handlungsstrategien zu: Ein entspanntes, koexistentes “Sich-Treiben-Lassen” und Erforschen ebenso wie ein aggressives, konkurrierendes Vorgehen ist möglich. Es lässt den Spieler also nach seiner aktuellen, persönlichen Stimmung handeln. In seinen besten Momenten kann flOw daher beim Spieler das Gefühl erzeugen, ihm bezüglich seiner Bedürfnisse entgegenzukommen.
Gerade diese “Weichheit” in den Anforderungen sowie der vom Spieler beinflussbare Spielverlauf durch die (mehr oder minder) bewusst gewählte Spieltaktik, zeichnet das kostenlose Spiel flOw im besonderem Maße aus.
Zu guter Letzt ein Link-Bonbon für alle ausdauernden Leser der Spieletests: Wem die mediativ-melodische Soundkulisse dieses kostenlosen Spiels gefällt, kann sie von der Website des Komponisten Austin Wintory kostenlos herunterladen: Das musikalische Hauptthema sowie das Finale stehen dort als MP3-Dateien bereit.





bin mit dem wurm durch und diese “Qualle” kann ich nicht entwickeln es gibt kein futter mehr.
Gratulation!
Denn das bedeutet nur, dass Du das Spiel komplett durchgespielt hast. Die Qualle lässt sich nicht weiterentwickeln…
(^_^)Hallo,
da werden lustige Erinnerungen wach. Ein Freund von mir hat Flow auf der PS3. War damals schon super lustig durch die verschiedenen Ebenen zu schwimmen und sich durchzufuttern, vor allem wenn man mit dem schnurlosen Pad sich dazu verrenkt hat.
Da ich selbst keine PS3 besitze, fand ich es um so toller, Flow hier zu finden… auch wenn der Körpereinsatz hier nicht so funktioniert *g*.
irgendwie lustig nur ich versteh das ziel nicht so richtig . sonst gut
Das Ziel kannst Du Dir sozusagen selbst stecken – versuche einfach immer tiefer zu tauchen und schau was passiert…